Ein Major-Sieger am ersten Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf? Alex Cejka macht’s möglich und schlägt für seinen GC Hanau-Wilhelmsbad in der Regionalliga Mitte ab. Ergebnis: Platzrekord.
Der Mann hat auf der PGA Tour gewonnen, drei Major-Siege bei den Senioren geholt und ist seit Jahren Stammgast bei großen Events überall auf dem Golf-Globus. Und jetzt schlägt Alex Cejka (55) in der Deutschen Golf Liga (DGL) presented by All4Golf ab. Wie’s dazu kam? „Er ist gerade wieder in Deutschland, wir haben ihn bei uns am Mittwoch vor dem DGL-Auftakt eher zufällig auf der Driving Range getroffen und gefragt, ob er nicht gleich am ersten DGL-Spieltag dabei sein möchte“, erzählt Rainer Späth. Er ist Vorstandsmitglied im GC Hanau-Wilhelmsbad, wo Cejka golferisch groß geworden war.
„Er war damals als Zehn- oder Elfjähriger zu uns gekommen, hat fleißig trainiert und wollte Profi werden“, erzählt Späth. Irgendetwas hat Cejka sehr richtig gemacht. Schließlich hat es geklappt mit großen Siegen und einer internationalen Karriere. Seinem Heimatclub Hanau-Wilhelmsbad ist er bis heute eng verbunden. Man sieht sich zwar nicht mehr ganz so oft wie früher, aber man kennt und schätzt sich. Hier gehört der Pro zur Clubfamilie und hat viele Freunde.
„Die Mannschaft freut sich riesig, dass er jetzt tatsächlich in der DGL für uns spielen kann. Alle sind begeistert und er kann uns ganz sicher einen zusätzlichen Push geben“, sagt Johannes Osenberg. Er ist Coach der ersten Herrenmannschaft, die an DGL-Spieltag eins als Aufsteiger in der Regionalliga Mitte 2 beim GC Maria Bildhausen in die Saison 2026 startete.
Da staunten der eine oder andere Akteur der konkurrierenden Clubs aus Stuttgart, St. Leon-Rot und Rheintal dann nicht schlecht, als plötzlich ein Major-Sieger am Tee stand. Für Cejka fast schon eine Ehrensache, zumal der Tour-Pro mit tschechischen Wurzeln und deutschem Pass im vergangenen Jahr zum Ehrenmitglied des GC Hanau-Wilhelmsbad ernannt worden war: „Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann und nicht das Streichergebnis bin“, so Cejka. Die Proberunde habe Spaß gemacht. Cejka: „Wir haben da ein paar 1,90-Meter-Schränke dabei, die deutlich länger, aber auch deutlich jünger sind als ich.“
Aufgeregt sei er nicht. Der Mann hat gelernt, mit Drucksituationen umzugehen. Seit den 1980er-Jahren ist er Mitglied im GC Hanau-Wilhelmsbad und könne auf diesem Wege dem Club, der ihn ausgebildet hat, etwas zurückgeben. „Ich kann aber nur die Singles spielen, da es danach weiter nach Marokko und dann wieder in die USA geht“, so der Großmeister, der den jungen Talenten im Team durchaus den einen oder anderen Tipp geben kann.
Und wer weiß – vielleicht ist es ja auch nicht der einzige Auftritt Cejkas in der DGL: Am fünften und letzten Spieltag (19. Juli) hat Hanau-Wilhelmsbad Heimrecht in der Regionalliga Mitte 2. Genau zu dieser Zeit ist eine Lücke im Kalender der PGA Tour Champions. „Gut möglich, dass ich dann wieder dabei bin“, so Cejka. Wie stark er spielen kann, bewies er bei seinem Gastspiel eindrucksvoll. Er beendete seine Runde mit 66 Schlägen (-6). Platzrekord, Top-Score der Regionalliga und ganz sicher kein Streicher. Da schaute auch der Präsident des gastgebenden Clubs vorbei und gratulierte. Ein Major-Sieger in der DGL – das kommt nicht so oft vor.
geschrieben von Thomas Kirmaier und veröffentlicht auf golf.de